Funkenmord (Kommissar Kluftinger #11), von Volker Klüpfel & Michael Kobr

May 30, 2021

Funkenmord: Kluftingers neuer Fall by Volker Klüpfel

My rating: 2 of 5 stars


Puh… Das also war Kluftinger 11 und einem von uns beiden geht langsam die Puste aus. Ich habe jetzt extra mal nachgeschaut: Klüpfel und Kobr sind jeweils Jahrgang 1971 und 1973.

Weite Teile des Humors der beiden Autoren stammt aber eher aus dem miefigen Altherren-Umfeld: Angefangen von Vodka-saufenden Russinnen, über einen indisch-stämmigen Priester, dessen Darstellung zum “Fremdschämen” gereicht (»Goßer Gottowielow-ben-disch. Heah, wie peisen deine Starke …«) bis hin zu ganz peinlichen Klamottenkiste (“But I do not want that he is the Führer.”) – Klüpfel und Kobr ist kein Fettnäpfchen zu schade, kein Witz zu banal, um ihn nicht weidlich und nach den eigenen bescheidenen Künsten auszuschlachten.

Auch über berechtigte Anliegen wird sich von diesem Duo der dümmlichen Peinlichkeit gern und ausschweifend mit solchen Schenkel-Klopfern lustig gemacht:

Handel treibenden Menschinnen und Menschen (m / w / d)

Ganz ehrlich: Ich habe die Faxen von Leuten dicke, die im Jahre 2021 immer noch meinen, sich über Emanzipation, Diversität, Geschlechter-neutrale Sprache, etc. lustig machen zu können. Es sind Witze auf Kosten von Menschen; eine Art von “Witz”, die einfach nicht mehr sein muß.

Ganz unabhängig von all dem: Die Story ist eher schwach, denn Kluftinger ermittelt in einem alten Fall, bei dem er einst einen gravierenden Fehler gemacht hat. Es liegt also auf der Hand, daß wenig “Action” geboten wird, viel in den Achtzigern herumgestochert und wenig substanziell Neues passiert.

Auch sonst ist eigentlich alles sehr voraussehbar – Kluftinger, der immer schon ein wenig “exzentrisch” war, wird dieses Mal allerdings noch mehr zur Karikatur seiner selbst. Ein Waschversuch scheitert aufs Lächerlichste, Mama und Papa werden genüßlich manipuliert und der einzige Lichtblick, die neue Kollegin Luzia Beer, wird schnell “gefügig” geschrieben.

Alle Probleme werden im Nu gelöst und alle halbwegs interessanten Ansätze (Lucy Beer, Flüchtlingsschicksale) werden kaputt geschrieben oder gleich ohne echtes Interesse links liegen gelassen. Konflikte (z. B. Maier/Beer) bleiben verschwommen bzw. lösen sich ganz fix von selbst.

Einzig die wenigen ernsthaften Momente – zum Beispiel im Gespräch mit der Mutter des Opfers – sind noch lesenswert und glaubwürdig. Sie retten diese 500-Seiten-Peinlichkeit zwar auch nicht mehr, aber zumindest heben sie es vom grottigen 1-Sterne-Niveau auf zumindest wohlwollende zwei Sterne.





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