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Mumins lange Reise (Mumins #1), von Tove Jansson

Die Mumins (1). Mumins lange Reise by Tove Jansson

My rating: 5 of 5 stars


»Die Muminfamilie, die ich zu beschreiben versuche, ist schlichtweg glücklich, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie haben es gemütlich miteinander, und sie gewähren sich gegenseitig volle Freiheit: Freiheit, allein zu sein, die Freiheit auf eigene Art zu denken und zu fühlen und eigene Geheimnisse zu haben, bis zu dem Moment, wo sie bereit sind, sie zu teilen. Keiner verursacht je einem anderen ein schlechtes Gewissen.«
– Tove Jansson


Die Mumins. Das ist ein bißchen wie “nach Hause kommen” – vertraut, voll Wärme und Liebe, Geborgenheit und Sicherheit, bestenfalls erfüllt von den Menschen, die wir lieben.

Ich erinnere mich an die alten, etwas betulichen, Übersetzungen aus den 50’ern und 60’ern von Kurt und Vivica Bandler schon aus frühester Kindheit, als meine Eltern mir diese Ausgaben vorlasen.

Ich habe die Mumins damals geliebt und das ist nie vergangen. Über die Jahre habe ich die Bücher immer mal wieder gelesen, wenn ich etwas lesen wollte, auf dessen Qualität und Wirkung ich mich unbedingt verlassen kann.

Erst spät kam ich auf den Gedanken, mich mit Tove Jansson als Autorin auseinanderzusetzen und stellte fest, daß Jansson ein faszinierender Mensch gewesen sein muß: Schulabbrecherin mit 16, dann als junge Frau Studium an einer technischen Schule und Arbeit als Illustratorin und Malerin.

In einer Zeit als dies noch wirklich gefährlich war, hatte Jansson eine Affäre mit einer Frau – mit der eingangs erwähnten Vivica Bandler, der sie in “Eine drollige Gesellschaft” (gemeinsam mit sich selbst) in den Figuren Tofslan und Vifslan ein buchstäblich kleines Denkmal setzte. Selbst nach der Trennung verband beide eine lebenslange Freundschaft.

1956 traf Jansson dann auf Tuulikki “Tooti” Pietilä, mit der sie den Rest ihres Lebens verbrachte – 45 Jahre, in denen sie sich intensiv den Künsten widmete.

So entstanden letztlich eben auch die Mumin-Bücher, so auch “Mumins lange Reise”, in der Mumin und seine Mutter zunächst allein, im Verlauf dann aber mit weiteren Gefährten, den verschollenen Muminvater suchen. Es ist eine kurze, aber dafür buchstäblich wegweisende Erzählung, die den Weg für die anderen Mumin-Werke (Bücher, Bilderbücher, Comics, Theaterstücke, etc. etc.) ebnet.
Es ist, wie üblich, gespickt mit fantasievollen, liebevoll gestalteten Illustrationen

Wer die Mumins mag oder sie kennenlernen möchte, dem sei dieser kurze Band als Einstieg empfohlen (oder alternativ auch mein Favorit: “Eine drollige Gesellschaft”).

Für alle, die vielleicht etwas mehr über das gesamte “Mumiversum” erfahren möchten, denen sei Christian “Zepe” Panses, Deutschlands führendem “Muminologen”, wundervolles “Vir­tu­el­les Mumin­for­schungs­zen­trum” wärmstens empfohlen.

Fünf von fünf Sternen.


Ceterum censeo Putin esse delendam



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